Gesundheit und Kaffee

ER SCHÜTZT DAS HERZ-KREISLAUF-SYSTEM
Menschen, die täglich zwischen drei und fünf Tassen (a 125 ml) Kaffee trinken, erleiden nicht so häufig einen Herzinfarkt oder Schlaganfall wie solche, die keinen oder mehr Kaffee konsumieren. Zu diesem Ergebnis kam die Harvard T. H. Chan School of Public Health in Boston nach der Aus­wertung von 36 Studien. Grund dafür könnten neben den antioxidativen und antientzündlichen Eigen­schaften des Koffeins auch dessen positive Auswirkun­gen auf den Blutdruck sein. Schon eine Tasse Kaffee täglich senkt den Bluthochdruck um bis zu 9 mmHg.

ER MACHT POTENTER
Dr. David Lopez von der University of Texas wertete für eine Potenz-Studie die Daten von 3724 Männern aus. Was er dabei herausfand: Die wenigsten Pro­bleme, beim Sex eine Erektion zu bekommen, hatten diejenigen, die zwei bis drei Tassen Kaffee am Tag tranken, und dabei 170 bis 350 mg Koffein zu sich nahmen. Erklären kann das der Forscher nur bedingt, er vermutet jedoch, dass das Koffein über „eine Serie pharmakologischer Wirkungen" dazu führt, dass mehr Blut durch den Penis fließt.

ER STÄRKT DIE LEBER
Falls Sie noch ein gutes Argument für einen starken Kaffee nach einer langen Party-Nacht brauchen, hier ist es: Er regeneriert die Leber und dafür braucht er nicht einmal Koffein. Wer 24 Stunden vor einer Unter­suchung zwei bis drei Tassen Kaffee (auch koffeinfreien) trank, hatte laut eine Institutes in Maryland besser Leberwerte als Menschen, die einen Tag vorher keinen Kaffee zu sich nahmen. Die Forscher machen die in den Bohnen enthaltenen Diterpene, Cafestol und Kahweol, dafür verantwortlich. Sie aktivieren die Entgiftung der Leber und damit die des ganzen Körpers. Aus dem gleichen Grund haben Kaffeetrinker übrigens auch ein geringeres Risiko für Leberzirrhose und -krebs.

ER IST EIN STRESS-KILLER
Im Prinzip machen viele von uns unbewusst bereits das Richtige: Ist im Job viel zu tun, holen wir uns erst mal einen Kaffee. Bewiesen wurde die stresslindernde Wirkung des Koffeins allerdings erst jetzt. Ein internationales Forscherteam unter Federfüh­rung der portugiesischen Universität Coimbra und mit Beteiligung der Bonner Univer­sität fand heraus, dass Koffein einen speziellen Rezeptor blockiert und dadurch Stress­symptome verringert. Man ist weniger ängstlich, leistungsfähi­ger und positiver gestimmt. Das bestätigt auch eine Langzeit­studie der Universität Harvard. Bei Frauen, die vier Tassen koffeinhaltigen Kaffee am Tag tranken, traten Depressionen 20 Prozent seltener auf als bei denjenigen, die nur eine Tasse pro Woche konsumierten.

ER HÄLT UNSER GEDÄCHNIS FIT
Seit Langem ist unbestritten: Kaffee macht wach und steigert die Konzentra­tionsfähigkeit. Zudem verbessert er auch unser Langzeitgedächtnis, sagen jetzt Wissenschaftler der Universität Baltimore: Wer nach dem Lernen 200mg Koffein (rund 2,5 Tassen Kaffee) zu sich nimmt, kann sich den Stoff besser merken. Damit nicht genug: Gleich mehrere aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Kaffeetrinker, die drei Tassen täglich konsumieren, weniger anfällig sind für Krankheiten wie Demenz und Alzheimer sind. Die Erklärung der Forscher: Koffein hemmt die Ablagerungen des Tau-Proteins im Gehirn, das zur Entstehung von Alzheimer entscheidend. Zudem scheint Koffein das Parkinson-Risiko zu senken. Die Uni­versität in Montreal kam zu dem Ergeb­nis, dass Koffein das dabei typische Zittern nicht verstärkt, sondern lindert.

UND WIEVIEL KAFFEE IST DENN NUN ZUVIEL?

Bis zu vier Tassen Kaffee können als gesunder Mensch pro Tag getrunken werden, sagen die Mediziner. Wenn Sie denn Nachts noch schlafen können, ist alles im grünen Bereich. Falls nicht, kann der Umstieg auf andere Kaffeesorten helfen. Denn je nach Herkunft, Mischung und Röstung, ist der Koffein und Säureanteil unterschiedlich hoch. Bei einem Robusta liegt der Koffeinanteil bei ca. 4,5 %, während ein typischer Arabica nur 1,1 bis 1,7 % erreicht. Und achten Sie beim Kauf auf Qualität, denn der Standort der Pflanzen, Düngung (womit?), Umweltbelastung und Gifte gehen genauso in den Produktionsproßes ein, wie die anschliessende Auswahl der Bohnen und letztendlich die schonende Langsamröstung.

Einen erkenntnisreichen Genuß ihrer nächsten Tassen vom schwarzen Gold

wünscht Lothar Hagel

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